Eberhard Klunker                         
             MODERN   Acoustic   guitar                               

Musikalische  Biografie


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Eberhard Klunker eilt heute der Ruf eines Meistergitarristen und Improvisationsvirtuosen voraus. Der in Fachkreisen hoch anerkannte Musiker wurde 1952 in Herzberg geboren und erarbeitete sich seinen Ruf durch eine sehr eigenwillige Karriere, die bereits mit 13 Jahren und seiner ersten Gitarre begann. Klunker fand nach ersten Erfahrungen mit einer Blues-Rock-Band 1971 sofort Aufnahme bei der sehr populären Modern Soul Band und spielte sich mit der Klaus-Lenz-Big-Band innerhalb kürzester Zeit an die Spitze des Jazzrock und der Fusion-Musik der DDR-Zeit. Er begleitete eine ganze Reihe inzwischen zur Hall of Fame der ostdeutschen Rock- und Jazzszene gehörenden Sänger wie Veronika Fischer, Uschi Brüning und Klaus Nowodworski. Klunker spielte seine letzten Aufnahmen in der DDR 1975 mit der Hansi Biebl Bluesband ein. Diese legendären und innovativen Aufnahmen galten lange Zeit als Lost Tapes und wurden erst kürzlich wieder veröffentlicht (Album Savannah). Klunker beendete seine erfolgreiche  DDR-Karriere mit einer gefährlichen Flucht über die Ostsee. Die 16 Stunden im Schlauchboot verarbeitete er später in seiner Komposition „Bootsmann“.


In West-Berlin gründete er mit anderen Ex-DDR-Musikern „Windminister“. Er nahm u.a. in den RIAS-Studios auf (auch mit Klaus Renft, Christiane Ufholz, Klaus Lenz, Pete Wyoming Bender) und traf später Bluesgrößen wie Chris Farlowe und Alexis Corner. Zu seinen musikalischen Wurzeln kehrte er 2010 zurück, als er mit seiner langjährigen Mitstreiterin Christiane Ufholz das Album „Live 2010“ aufnahm und mit ihr für den „Deutschen Schallplattenpreis“ nominiert wurde.  


Mit „Beautiful Machines“ beginnt Eberhard Klunker 2014 eine neue Zeitrechnung seiner Musikproduktionen. Dieses Album präsentiert erstmals neue Songs gemeinsam mit Christiane Ufholz, setzt die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre fort, wenn gleich auf einem neuen Niveau. Keine Cover stehen im Mittelpunkt, viel mehr gilt es, ausgefeilte Kompositionen zu entdecken und Klunkers Gabe, eingängige Melodien neben komplexen Gestaltungen auf der Gitarre in Szene zu setzen, blitzt kurz auf. Für den Rezensenten zu kurz. Eingängige Melodien können nur wenige schreiben. Die Songs sind ein Tribut auf die innovativste Zeit der Pop- & Rockmusik, das Jahrzehnt zwischen 1966 und 1976. Anklänge auf die eine oder andere Strömung der damaligen Zeit sind unverkennbar, wenn auch nicht „an den Saiten herbei gezogen“, die Songs bewahren ihre Eigenständigkeit, sie haben es nicht nötig, sich anzubiedern. 


Das Album „Lietzensee“ (2015) setzt konsequent den Gedanken der komplexen Gitarrenvirtuosität fort. Die Zuhörer kehren wieder in die Jazzwelt zurück. Fast wundert man sich, warum ein Stück von Django Reinhardt erklingt, aber vielleicht bestätigt es nur den bemerkenswerten Standard der Eigenkompositionen auf diesem Album. Diesen hier im einzelnen zu erläutern, hieße, die Worte irrtümlich gegen Noten einzutauschen. Man höre, der Rest erschließt sich sofort. Jede Zeit hat markante Alben hervorgebracht, an denen sich Begeisterung und Qualitätsbewusstsein des Publikums für immer justieren, bleibende Standards schaffend. In diesem Sinne ist dem Rezensenten „Lietzensee“ eine Art „Friday Night in San Francisco“ im Jahr 2015. Sicherlich symbolisch gemeint, aber so ungerecht ist Geschichte, der vergleichsweise unbekannten Scheibe „Lietzensee“ wird wohl kaum die Aufmerksamkeit zuteil werden, die einst John Mc Laughlin, Paco de Lucia und Al di Meola erhielten und doch bietet das Album des Berliners Eberhard Klunker Aufnahmen, die dieses Niveau mühelos erreichen. 

Joerg Mehrwald

Die Flucht über die Ostsee:

So berichtete die BILD Zeitung 1975: 

Teil 1  

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

 

 

 

 

 

 






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